Wissen · 2026
Hydrolysebeständigkeit von TPU

Kurzfassung
Hydrolyse ist der Abbau von Polymerketten durch Wasser, der besonders bei Polyester-TPU unter feuchtwarmen Bedingungen auftritt. Polyether-TPU ist deutlich hydrolysebeständiger. Durch Materialwahl, Hydrolysestabilisatoren und korrekte Trocknung lässt sich Hydrolyse wirksam begrenzen.
Auf einen Blick
- Hydrolyse = Kettenspaltung durch Wasser, beschleunigt durch Wärme.
- Polyester-TPU ist anfälliger als Polyether-TPU.
- Stabilisatoren und Polyether-Basis erhöhen die Beständigkeit.
- Korrekte Trocknung verhindert Hydrolyse während der Verarbeitung.
Was ist Hydrolyse?
Bei der Hydrolyse spaltet Wasser chemische Bindungen im Polymer – bei TPU vor allem die Ester-Bindungen der Polyester-Weichsegmente. Die Molekülketten werden kürzer, das Material verliert an Festigkeit und kann verspröden oder klebrig werden. Wärme und lange Einwirkzeiten beschleunigen den Prozess erheblich.
Zwei Situationen unterscheiden
Hydrolyse betrifft TPU in zwei Phasen: zum einen während der Verarbeitung, wenn feuchtes Granulat aufgeschmolzen wird (akut, vermeidbar durch Trocknen); zum anderen im späteren Gebrauch, wenn das Bauteil dauerhaft Feuchte und Wärme ausgesetzt ist (Langzeitalterung, beeinflusst durch Materialwahl).
Schutzmaßnahmen
Hydrolyseschäden lassen sich durch mehrere Maßnahmen begrenzen:
- Polyether-TPU für dauerhaft feuchte/warme Umgebungen wählen.
- Hydrolysestabilisierte Polyester-Typen bei mechanisch-öliger Belastung mit gelegentlicher Feuchte.
- Granulat vor der Verarbeitung korrekt trocknen (Restfeuchte minimieren).
- Trockene Lagerung und wieder verschlossene Gebinde.
Häufige Fragen
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